Wien.

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Bereits in Krimml hatten wir am Ende unseres Aufenthalt schlechtes Wetter mit Regen bekommen. Leider ändert es sich auch den Tag darauf nicht. Wir fahren weiter in Richtung Wien und entscheiden eine Pause auf halben Wege einzulegen. Wir finden einen Stellplatz an einem schönen See, trotz des bescheidenen Wetters gefällt es uns hier. Zeit für einen Spaziergang mit Tarta. Am Abend hat das Wetter dann seinen Tiefpunkt erreicht, es herrscht eine apokalyptische Atmosphäre. Heute müssen wir dann also leider wieder im Regen kochen. Was soll`s? Es gibt schnelle Pasta mit Pesto. Geht immer.

Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir landen auf einem Stellplatz am Stadtrand von Wien und endlich ist auch das gute Wetter zurück. Freundlich werden wir aufgenommen und erstmals auf unserer Reise gibt es sogar einen kleinen Hundeauslauf inklusive, finde ich super. Die Dame an der Rezeption erklärt uns alles bezüglich Sehenswürdigkeiten, öffentliche Verkehrsmittel und Vergünstigungen. Für uns etwas überraschend, in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maulkorb -oder wie man in Österreich sagt Beißkorbpflicht. Da wir mit dem Auto nur ungern in die Stadt fahren und es wenn möglich, vorziehen mit Bus oder Bahn ins Zentrum zu fahren, suchen wir direkt einen Tierhandel auf, um diesen zu besorgen. Tarta gefällt das natürlich gar nicht. Schon im Auto und auch am Stellplatz angekommen, versuche ich ihr das blöde Teil mit Leckerchen schmackhaft zu machen.

Den Tag darauf geht es mittags mit der Bahn in Richtung Innenstadt. Wir haben zwar fleißig mit dem Maulkorb geübt, aber Tarta versucht sich nach einer kurzen Zeit trotzdem von dem Teil zu befreien. Mir wird es zu blöd und ich ziehe ihr das Ding aus. Mein Hund beißt nicht und wenn jemand etwas dagegen hat, soll er es sagen oder ich zahle eben das Bußgeld. Wir entscheiden uns nicht die Station ganz im Zentrum auszusteigen, insbesondere weil Tarta sehr gestresst ist von der Bahn, dem Maulkorb und den vielen Menschen. Wir steigen also zuvor aus und laufen dann zu Fuß weiter. Eigentlich gar keine schlechte Entscheidung, denn wir landen in einer großen, breiten Straße mit vielen Geschäften, die man entspannt entlang schlendern kann. Zuerst holen wir uns zwei leckere Panini mit Büffelmozzarella, Tomaten, Pesto und Rauke. Dazu gibt es eine hausgemachte Limonade. So kann eine Stadtbesichtigung starten!

Wir bummeln durch einige Geschäfte und laufen stressfrei weiter ins Zentrum. Dann erreichen wir Museen und einige andere Sehenswürdigkeiten. Die Architektur ist wirklich bombastisch, so viel Prunk auf ein mal ist ziemlich beeindruckend. Aufwendige Fassaden, Goldverzierungen und Statuen an jeder Ecke. Wir können zwar keine der Einrichtungen von innen anschauen, aber das war der Preis dafür, dass wir unseren Hund wieder dabei haben können. Wir zahlen ihn gerne.

An einem Kiosk holen wir uns zwei Brötchen mit Leberkäs. Ich trete mal wieder ins Fettnäpfchen, weil ich anstatt Semmel Brötchen sage. Aber es wird nicht das einzige Mal bleiben, dass wir merken müssen, das es doch einige Unterschiede zu dem in Deutschland gesprochenen deutsch gibt. Lecker ist der Semmel allemal. Wir setzen uns auf einige Stufen vor einer Sehenswürdigkeit, um zu essen. Wir werden nun vermutlich in vielen asiatischen Haushalten auf den Urlaubsfotos zu sehen sein. Vor uns ist eine richtige Ansammlung von Menschen, die wie wild fotografieren und es wird posiert ohne Ende. Ich kann mich immer wieder köstlich über die teilweise sehr kreativen Posen amüsieren.

Wir shoppen ein wenig, vor allem Malte findet das ein oder andere Teil. Da ruft Adrian an. Er ist ein Freund, den Malte vor einem Jahr während einer Kletterreise kennengelernt hat. Wir hätten auch gern seine Frau Annika getroffen, die ist zur Zeit aber leider nicht im Lande. Am Abend haben wir uns mit ihm verabredet. Wir treffen uns an einer Bahnstation. Adrian schlägt vor, das wir zu den „Heurigen“ fahren. Falls man das so sagt… Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was das heißen soll. Auf jeden Fall gibt es da Wein, soviel kann ich mir zusammenreimen. Ich könnte jetzt natürlich recherchieren und eine ausgedehnte Erklärung dazu abgeben, aber man kann eben nicht alles wissen.

In jedem Fall fahren wir mit der Bahn aus der Stadt raus, in einen Außenbezirk. Wir laufen ein Stück durch eine ruhige, schöne Wohnsiedlung von der man nach kurzem bereits eine Menge Wein erspähen kann. Nicht schlecht, wenn das leckere Zeug überall rund um die Stadt wächst. Das hatten wir bereit in Würzburg kennen -und lieben gelernt. Dann laufen wir durch ein Feld aus Weinreben. Schlussendlich landen wir in einem bereits gut besuchten Lokal. Wir setzen und draußen an eine der Tischgarnituren und Adrian erklärt uns, dass man hier „Gespritzten“ trinkt. Das sieht so aus, dass der Kellner einen Humpen Wein und einen mit Wasser auf den Tisch stellt. Im Prinzip eine Weinschorle, eine große. Also ich das zu laut erwähne, fragt Adrian, ob ich denn verrückt sei, in Wien „Schorle“ zu sagen. Die Österreicher würden mich lynchen für diesen Begriff. Mir wird wieder klar, dass es da doch einige Unterschiede in der Sprache gibt. Mal nebenbei ist der Wein pur wirklich nicht zu genießen, die Wiener machen das schon ganz richtig mit ihrem Gespritzten. Zu Essen gibt es ein herzhaftes Büffet und eine kleine Karte mit traditionellen Gerichten. Wir entscheiden uns dazu, dass Adrian ein paar Kleinigkeiten für uns alle besorgt. Auf dem Tisch stehen daraufhin Schwarzwurzelsalat, Leberkäs, Graubrot, Käsecreme und Oliven. Es gefällt uns richtig gut hier und so kommt es, dass noch so mancher Wein über den Tresen geht.

Spontan entscheiden wir uns für einen Absacker nochmals in die Stadt zu fahren, das liegt ohnehin auf dem Weg zum Stellplatz. Wir landen in einem coolen Laden mit Außenbestuhlung. Die Kneipe geht in die alternative Richtung, hier wird man sicher keine Wiener Schickeria treffen. Wir holen uns am Tresen drei Bier und setzen uns gemütlich an eine der Biergarnituren. Wir schnacken und lassen es uns gut gehen. Als die Müdigkeit dann doch zu schlägt, gönnen wir uns auf dem Heimweg noch eine super leckere Falaffel. Dann geht es mit der Bahn zurück zum Auto. Lieben Dank für den schönen Abend, Adrian! Gute Nacht, schönes Wien.

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