Transilvanien – Valea Verde

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Wir treffen in Cund ein, ein Dorf mitten im Nirgendwo – wir sind in Transilvanien. Hier wollen wir meine Familie treffen. Was es damit auf sich hat? Mein Opa kommt ursprünglich aus Rumänien. Wer es nicht weiß, in Rumänien gibt es recht viele Deutsche, die sogenannten Siebenbürger Sachsen, die einst als Siedler hier her kamen. Mein Großvater möchte noch einmal zu seinen Wurzeln zurückkehren und uns zeigen, wo er herkommt. Ich finde es wunderbar und freue mich bereits auf das Wiedersehen mit all meinen Lieben.

Wir sind die Ersten und treten im Valea Verde ein, hierbei handelt es sich um eine Art ländliches Resort. Jonas und seine Frau Ulrike haben hier ein kleines Paradies geschaffen, ein muckeliges Restaurant, eine einladende Terrasse, ein Teich, ein großer Lagerfeuerplatz und vieles mehr. Es ist eine gelungene Mischung aus rustikal und Landschick. Herzlich werden wir begrüßt und setzen uns draußen an einen der Tische und genehmigen uns eine Erfrischung. Hier kann man die Seele baumeln lassen und die einfachen Dinge genießen.

Es dauert auch nicht lange, da kommt auch meine Familie an. Wir begrüßen uns und quatschen. Nun werden uns die Ferienhäuser gezeigt. Mit den Gepäck bepackten Autos fahren wir ein Stück weiter ins Dorf hinein und stellen das Auto ab. Unsere Unterkünfte sind renovierte Dorfhäuser, die rustikal einladend gestaltet sind. Anbei hat jedes Haus einen Gemüsegarten zum Eigenverzehr, was bei uns gut ankommt. Wahrscheinlich wohnen wir hier besser, als irgendein anderer Dorfbewohner, was sich etwas komisch anfühlt. Man sieht die Armut auf den Straßen. Bei einem Gespräch mit den Inhabern stellt sich aber heraus, dass sie viel für das Wohl der Dorfbewohner tun und in einem guten Verhältnis zueinander leben.

Wir essen in Jonas Restaurant zu Abend. Wir haben es für mitte September immer noch erstaunlich warm und können draußen sitzen. Tarta hat bereits mit einigen der Hunde, die sich hier so herumtreiben angefreundet. Jonas, der ursprünglich aus Hamburg kommt, quatscht mit uns und erzählt, was man hier so machen kann. Gespannt hören wir zu und freuen uns mit Magenknurren auf das kommende Essen. Vorweg gibt es selbst gebackene, kleine Brötchen mit dreierlei Butter, wobei die Trüffelbutter mein Favorit ist. Wir staunen nicht schlecht, denn bereits der Einstieg ist erstklassig und wir befinden uns hier mitten in der Pampa. Als Vorspeise kommt eine Sauerampfersuppe, danach gibt es Wollschwein mit einer Soße, die göttlich ist. Zum Nachtisch wird ein Tiramisu aufgetischt. Dazu trinken wir einen rumänischen Wein. Man mag es kaum glauben, aber auch der schmeckt. Wir sind ganz baff, weil eigentlich niemand mit so einem Essen gerechnet hätte. Nicht weil wir es Jonas nicht zugetraut hätten, sondern weil wir es in diesem einfachen Dorf bekommen haben. Eins kann ich vorweg nehmen, die Qualität des Essen war immer wunderbar. Wenn man ein paar Kilos zulegen möchte oder einfach nur gut essen möchte, ab zu Jonas!

Am nächsten Morgen gibt es am Restaurant Frühstück, hierzu ist ein kleines Buffet aufgebaut. Ein frisch zubereitetes Rührei mit Trüffel lassen mein Herz höher schlagen. Was soll ich anderes sagen – ich bin ein leidenschaftlicher Esser.

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