Mit der Familie in Transilvanien

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Wir halten uns im Valea Verde bei Ulrike und Jonas einige Tage auf und machen diverse Ausflüge. Hier habe ich unsere Erlebnisse zusammengefasst.

Zurück zu den Wurzeln – Medias

Wir machen uns auf den Weg nach Medias, dem Geburtsort meines Opas. Zuerst fahren wir sein Geburtshaus an, dass wir im Vorfeld via google streetview gefunden haben. Schon verrückt, was man alles in der heutigen digitalen Welt machen kann. Gegenüber eines Sportplatzes werden wir fündig und steigen aus den Autos. Ich finde es schon enorm jetzt hier zu stehen, wo mein Opa vor 81 Jahren in die Welt kam. Auch wenn er es nicht so recht zugeben mag, bin ich mir sicher, auch ihn berührt es. Wir versuchen die Nachbarin im Nebenhaus zu erreichen, leider erfolglos. Mein Großvater hat noch Erinnerungen an sie und wir hätten sie gerne angetroffen. Nichts desto trotz ist es schön hier gewesen zu sein.

Wir möchten uns auch den Stadtkern ansehen und fahren ein Stück in Richtung Zentrum. Wir finden einen Parkplatz und es geht zu Fuß los. Wir schlendern durch die Altstadt und ich bin mal wieder begeistern von dem Farbenreichtum der Hausfassaden. Hier und dort wird man an die deutsche Geschichte erinnert, da noch viele deutsche Worte und Sätze zu finden sind. Es ist in der Stadt alles etwas anders, als wir es gewohnt sind. Die Geschäfte erfüllen ihren Zweck, indem sie ihre Waren anbieten, aber Schaufensterdekorateure gibt es hier sicherlich nicht. Auch Labels, die bei uns an jeder Ecke zu finden sind, haben hier noch kaum Einzug erhalten. Das Stadtbild ist zum Teil sehr unübersichtlich, verschachtelt, ein Gemisch aus alt und neu und irgendwie wirkt es noch nicht einheitlich. Hier ist alles noch im Wachstum.

Wir trinken etwas in einem Café und setzen dann unsere Erkundung fort. Wir laufen durch einen nett angelegten Park und Malte und ich holen uns bei einem Bäcker ein Teilchen zum Frühstück. Wir erreichen irgendwann eine kleine Treppe und merken, dass wir aus dem Stadtkern laufen. So langsam ist die Luft raus und wir entscheiden zurück zum Auto zu laufen. Auf dem Weg zurück gibt es bei einem Bäcker, die hier übrigens meist aus einem kleinen Fenster verkaufen, einige Teilchen. Aufgrund der Sprachbarriere zeigen wir auf ein paar verschiede Gebäcke und probieren uns durch. Besonders beliebt ist in Rumänien Schafskäse, den wir als Füllung herausschmecken. Alles in allem ein wirklich leckerer Snack.

 

Trüffeljagt

Wir haben uns bereits von der guten Küche Jonas verwöhnen lassen, die vor allem durch ihre Einfachheit begeistert. Auch der viele Trüffel ist nicht unbemerkt geblieben. So kommt es also, dass wir uns für eine Trüffelsuche anmelden. Am Morgen kommt der Guide mit seinem Trüffelhund. Erstaunlich jung ist der Mann, ich dachte an einen älteren Herren mit Hut und Stock. Da lag ich wohl leicht daneben.

Wir fahren 15 Minuten in den nächsten Wald. Wir immer, wenn wir hier weg möchten, nehmen wir den Schotterweg durch die wunderschöne Landschaft. Wir parken die Autos und steigen aus. Die kleine Tarta muss heute im Auto bleiben, denn der Trüffelhund darf nicht abgelenkt werden, denn er soll seinen Job machen. Wir gehen mit der Hoffnung los wenigstens einen kleinen Trüffel zu finden. Wir werden überrascht, denn der süße Dick kommt im Minutentakt und bringt und das leckere Zeug. Wirklich beeindruckend! Die beiden sind ein tolles Team. Wenn der Trüffel mal nicht groß genug ist, kann es auch sein, dass Dick ihn, sagen wir mal, ausersehen selbst isst. Die Ausbildung dieser Hunde ist extrem aufwendig, schon als Welpe werden die Hunde mit dem Geruch der Trüffel getriggert. Dazu werden die Zitzen der Mütter mit Trüffelbutter eingerieben. Ohne Trüffelhunde oder Trüffelschweine ist das Finden von Trüffel nahezu ausgeschlossen. Umso schöner, dass wir die Möglichkeit haben mal hautnah dabei zu sein. Ich bin ganz schön beeindruckt davon, in welcher Geschwindigkeit und Menge die Pilze gesammelt werden. Wenn ich mir überlege, was wir in Deutschland für ein paar Gramm zahlen müssen, ist das schon erstaunlich. Mit einer saftigen Ausbeute kehren wir zurück.

 

Timisoara

Wir wollen uns weiter im schönen Rumänien umschauen und entscheiden und als nächstes Timisoara zu besuchen. Der Stadt wird zufällig gewählt, mein Opa meint, er hätte davon im Reiseführer gelesen. Wir laufen an einigen Roma vorbei, die wie immer durch ihre extrem ungewöhnliche Kleidung auffallen. Die Frauen tragen kunterbunte Stoffe, während die Männer in schwarzen Klamotten und großem Hut ins Auge stechen. Wie auch bei uns in Deutschland hat die Bevölkerungsgruppe einen schweren Stand in Rumänien. Es werden ihnen Unehrlichkeit und betrügerische Machenschaften vorgeworfen. Wir können das weder bestätigen noch können wir es abstreiten. Es fällt aber auf, dass die Roma oftmals in Elendsvierteln leben, die noch ärmlicher wirken, als die ebenfalls arme ländliche Bevölkerung. Ab und zu sind wir bereits an solchen Orten vorbeigekommen. Andererseits gibt es Romaviertel, die vor Prunk und Protz gerade so strotzen, das werden wir auf unserer Reise auch noch kennenlernen.

Ich bin ehrlich, die Stadt Timisoara ist keine Schönheit. Eine große Straße markiert das Zentrum und es ist laut hier. Es gibt teilweise sehr schöne Gebäude, aber ein wirklicher Charme ist nicht vorhanden. Es sieht mal wieder alles zusammengewürfelt aus. Trotz allem haben wir Hunger und laufen in ein nett aussehendes Restaurant. Obwohl das Wetter nicht sonderlich gut ist, hat nur die Terrasse geöffnet. Wir bestellen einmal die Karte hoch und runter, es gibt Hausmannskost. Wir teilen, sodass man alles probieren kann. Satt schlendern wir zurück und begeben uns auf den Heimweg.

 

Eine Kutschfahrt, die ist lustig

Wir entscheiden uns für eine kleine Kutschfahrt, die Jonas hier im Valea Verde anbietet. Insgesamt haben sie acht Pferde, die Gäste reiten oder so wie wir zu einer Kutschfahrt nutzen können.

Wir staunen nicht schlecht, denn wir hatten eine „richtige“ Kutsche erwartet, stattdessen kommt uns ein Heuwagen entgegen. Als wir Platz nehmen wollen, stellen wir fest, dass wir nicht alle auf die Holzbretter passen. Oma und Opa verzichten, also fahren wir anderen Sechs und das kleine Marlenchen. Als wir alle sitzen, kommt uns der Wagen etwas überladen vor. Schon bevor wir richtig losfahren, wünsche ich den Pferden, dass wir nicht so lange unterwegs sind, obwohl die Pferde im Gegensatz zu vielen anderen Tieren hier in Rumänien wirklich gut aussehen. Wir müssen unwillkürlich lachen, denn wir hatten uns das irgendwie anders vorgestellt. Wir fahren die Straße aus Cund hinaus und noch ein kleines Stück auf einer Wiese. Meine Schwester und ich sehen bereits den Wagen in alle Teile zerfallen, es knarrt und quietscht. Auch unser Kutscher schaut kritisch immer wieder zu den Rädern, was uns nicht unbedingt beruhigt. Wieder müssen wir lachen. Alle kommen wohl behalten zurück ins Dorf und auch der Heuwagen kommt ein einem Teil zurück. Phu!

 

Hermannstadt, Charme&Atmosphäre 

Wenn man von Tourismus in Rumänien spricht, dann geht es meist um Bukarest oder Herrmanstadt, das macht mich neugierig und ich bin gespannt, was uns erwartet.

Über eine Fußgängerzone laufen wir in den Stadtkern. Diese Stadt hebt sich von den anderen ab. Alte Häuser wurden restauriert und die Straßen sind gepflastert, alles wirkt aufgeräumt und es entsteht ein einheitliches Bild. Es ist richtig nett hier, nur das Wetter nervt – es regnet. Wir machen einen kleinen Einkaufsbummel und schlendern durch die Straßen. Als meine Familie zum Mittagessen verschwindet, machen Malte, ich und Tarta einen Spaziergang durch die Stadt. An der Lügenbrücke hat man einen tollen Blick auf die Altstadt und ein Stück weiter kann man all die roten Dächer der Häuser erblicken. Dem ältesten Haus von Hermannstadt statten wir auch noch einen Besuch ab, dass man zumindest von außen besichtigen kann. Wir holen uns bei einem der vielen Bäckern mal wieder etwas auf die Hand. Schmeckt. Auch einen Park erreichen wir, der mit einem Haufen Statuen und Büsten ausgestattet ist. Nicht besonders schön, muss man ehrlich sagen, aber wenigstens etwas Grün in der Stadt. Durchfroren und nass kehren wir zum Auto zurück.

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