Der Ausbau unseres Mercedes Vito

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Wir haben unseren Bus, einen Mercedes Vito, selbst ausgebaut. Was war das für ein Heckmeck – schließlich möchte man direkt die praktischste und schönste Lösung umsetzen. Leichter gesagt, als getan. Insbesondere weil im Internet bezüglich des Ausbaus wenig zu finden ist. Für Bullys sieht das schon ganz anders aus.

Unser Wagen war quasi nackt, als wir ihn bekamen. Im Prinzip nur eine Holzbodenplatte und nacktes Metall. Die Trennwand hinter unseren drei Sitzen im vorderen Teil des Wagens, haben wir herausgetrennt. Sie lässt den Raum größer Wirken.

Zu Isolationszwecken haben wir „Armaflex“ verklebt. Wir haben es als selbstklebende Rolle bestellt und dann für unsere Zwecke zurechtgeschnitten. Wenn das Zeug erstmal verklebt ist, sieht es natürlich nicht so unglaublich schön aus, aber es erfüllt seinen Zweck und ist bombenfest. Nun soll es aber nicht so zusammengeflickt aussehen und es muss „verputzt“ werden.

Wir haben uns für selbstklebende Teppichfliesen entschieden, um den Innenraum auszugestalten. Diese gibt es in verschiedenen Farben im Baumarkt. Zum befestigen ist es sinnvoll die Teppichquadrate mit dem Föhn zu bearbeiten, damit sie flexibler werden und eine besser Klebkraft entwickeln. Die Kanten schneiden wir mit dem Cuttermesser ab und versuchen so genau, wie möglich zu arbeiten. Es klappt wirklich ganz gut, die Teppichfliesen sind flexibler, als man denkt. An Stellen, die besonders eckig und kantig sind, muss man sehr genau arbeiten, sodass die nächste Platte eng genug anliegt, sodass keine Naht zwischen ihnen zu sehen ist. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl es sicher auch optimalere Möglichkeiten gibt. Dafür ist es eine günstige Option, da wir pro Teppichquadrat nur etwa 90ct zahlen.

 

Die Möbel bauen wir aus Tischlerplatten, sie sind nicht unglaublich teuer, aber schön und stabil. Wir nutzen eine Holzstärke von 16mm und fahren bis heute gut damit. Unsere Inneneinrichtung beschränkt sich auf eine Sitzbank und zwei Kommoden, die direkt hintereinander geschraubt wurden. Die Sitzmöglichkeit, die ebenso als Aufbewahrung dient, befindet sich bei uns direkt an den Fahrersitzen. Die beiden Kommoden sitzen direkt am hinteren Teil des Autos, quasi abschließend mit der Heckklappe. Unser Konzept sieht die Küche im hinteren Bereich, es wird also draußen und im Stehen gekocht. So spart man Platz und verhindert einen unangenehmen Essengeruch im Wagen. Ebenfalls dient die Heckklappe als Schutz vor Wind und Wetter. Die Kommode hat im oberen Bereich eine Schublade, die zwei Kochfelder beinhaltet. Fertige Schubladen erhält man günstig bei Ikea. Wir nutzen Gaskocher mit keinen Gaskatuschen. Ebenfalls gibt es Schränke in der Kommode, die für Geschirr, Lebensmittel und Wasserkanister platz bieten. Der zweite Schrank, direkt an dem ersten anliegend, wird vom Autoinnenraum genutzt und biete Platz für Kleidung, Elektronik und Hygieneartikel. Einfache Holztüren mit kleinen Riegeln hindern das Herausfallen.
Unserer Sitzbank haben wir ein Schaumstofftopping verpasst und sie mit Stoff bezogen. Mit einem Tacker funktioniert das hervorragend. Ein Drittel der Box ist separiert, hier findet unsere zweite Batterie platz, so steht sie geschützt und kommt mit unserem Krempel nicht in Berührung. Links neben der Bank/Truhe lassen wir etwas Platz, hier befindet sich der Kühlschrank, der so direkt mit der Batterie verbunden werden kann.

 

Es fehlt natürlich noch etwas Entscheidenes – das Bett. Wir haben es so gelöst, dass wir längs auf unserer Kommodenkonstruktion schlafen, sie hat eine breite von 1,20m. Die Länge des Bettes haben wir mit unserer Konstruktion natürlich nicht mit unseren Kommoden erreicht, aber da hat sich Malte etwas ausgedacht. Und zwar liegt eine Holzplatte auf unserem Schrankkonstrukt, die man als Tisch oder eben als Bett herausziehen kann. Hierzu zieht man an der Platte, die sich, wenn sie zur Hälfte vorgezogen wurde, in die Kommode einhakt. Dies geschieht, indem zwei Senkungen in die Kommode eingelassen wurden und die Platte zwei Ausstülpungen erhalten hat, welche ineinandergreifen. Die innenliegende Kommode ist also etwas kleiner, als die andere. Es sollten genau 16mm sein, so kann die Tischplatte perfekt einrasten und eine ebene Fläche entsteht. Der Tisch bekommt dann zwei Beine verpasst. Hierzu haben wir einfache Tischbeine bei Ikea gekauft, die man im Handumdrehen eindreht und fix wieder abdrehen kann. Als Schlafunterlage haben wir auf eine teure Klappmatratze verzichtet und stattdessen drei 60x120cm Babymatratzen bei Ikea besorgt. Diese kann man gut verstauen und sind bequemer als gedacht.

3 Kommentare

  1. Moin moin,
    erst mal ein super Beitrag von der ganzen Sache hier! :-) Wir sind auch gerade dabei unseren Vito auszubauen und finden diesen Text hier super hilfreich. Könntet ihr vlt auch 2-3 Fotos vom vorderen Laderaum machen? Das wäre echt super um ein wenig Inspirationen zu sammeln… 😉
    LG Peter

    1. Moin Peter,

      tatsächlich sind wir gerade dabei einige Optimierungen im „Wohnraum“ vorzunehmen. Ich werde mal sehen, was ich noch an altem Bildmaterial finde.
      In einer Woche werde ich sicher unser neues Konzept vorstellen und dazu einige Bilder posten. Vom Aufbau ist alles sehr ähnlich geblieben, nur die Größenverhältnisse haben sich geändert.

      Es tut mir leid, dass ich erst so spät antworte, leider hatte ich aktuell sehr wenig Zeit den Blog zu pflegen! Wenn es nicht zu spät ist, freuen wir uns ein wenig Inspiration zu liefern.

      Lieben Gruß,
      Lisa

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