Istanbul – Brennende Füße und bleibende Eindrücke 

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Wir starten wieder in der Istiklal Caddesi und besichtigen heute den Topkapipalast. Auf dem Weg dorthin laufen wir an dem Darwischmuseum vorbei und da dieser Teil der Istanbulcard ist, schauen wir uns dieses auch an. Leider finden wir die Ausstellung nicht besonders gelungen, wobei die Räumlichkeiten wirklich schön sind. Wir erfahren, dass regelmäßig Vorführungen stattfinden, in denen Darwische ihren ekstatischen Trancetanz, den Sema ausführen. Wir sind leider am falschen Tag dort zu Besuch und nach einem recht kurzem Aufenthalt wieder im Trubel der Stadt angekommen. Wer es zeitlich mit einer Vorführung des Sema abpassen kann, hat dort sicher etwas zu sehen.

Wie immer setzen wir unseren weiteren Weg fußläufig fort. Als die Souvenirläden sich häufen, müssen wir dicht am Ziel sein, denken wir. Und dann tun sich vor uns auch schon einige schöne Tore auf, die den Weg weisen. Wir stellen fest, dass hier auch das archäologische Museum seinen Platz hat und beschließen es uns anzusehen. Leider befindet sich dieses Gebäude zur Zeit im Umbau und als wir drinnen ankommen, wissen wir auch warum. Es ist altbacken hier, irgendwie 70er Jahre mäßig und das passt so gar nicht zu den teilweise traumhaften Exponaten aus vergangener Zeit. Besonders die Geschichte Trojas finde ich interessant, aber auch hier sind die Exponate einfach hinter Glas geschützt und daneben hängt eine erklärende Tafel. Ich hoffe, da denkt sich bald mal jemand etwas Interessanteres aus. Besonders die Geschichte Trojas ist so interessant und vollgepackt mit Legenden, dass es wirklich toll wäre, sie spannend aufzubereiten. Vielleicht ist das bei der Menge an Ausstellungsstücken aber auch einfach zu viel verlangt.

Wir laufen den Sandweg zum Topkapipalast entlang. Es ist gut besucht hier – auch wenn wir recht fix den Eingang passieren, staut es sich in den Ausstellungsräumen. Der Palast ist traumhaft schön und enorm groß. Theoretisch lässt sich hier ein ganzer Tag verbringen. Mir tun langsam die Füße weh und wir stellen fest, dass wir uns zu viel vorgenommen haben. Trotzdem besuchen wir noch den Harem des Palastes, denn nun sind wir schon einmal hier. Die Gebäudetrakte sind weitläufig und wunderschön. Ich bin trotzdem wirklich kaputt und wir beschließen langsam in Richtung Hotel zu laufen. Unten an den Toren angekommen, besorgen wir uns erstmal zwei Simit zu Stärkung, der Sesamkringel tut richtig gut. Als wir einen angelegten Park entdecken, beschließen wir uns ein wenig auf einer der Bänke auszuruhen. Als ich dann sehe, dass es sich um den Gülhane Park handelt, freue ich mich sehr, denn wie ich im Vorfeld recherchiert habe, sollen hier Papageien leben. Tatsächlich sehen wir mehrere kleine, grüne Papageien, allerdings bleiben sie in der Sicherheit der Bäume – trotzdem eine kleine Freude.

Ich könnte mir jetzt noch in den Hintern beißen, weil ich auf die tolle Idee kam uns zum Hotel zu lotsen und wie die meisten wissen, ist mein Orientierungssinn nicht besonders stark ausgeprägt. So kommt es also, dass wir eine halbe Stunde eine enorm steile Straße hinabsteigen, um unten angekommen, festzustellen dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind. „Ups“, sage ich kleinlaut und entschuldige mich bei Malte, denn der ganze Weg muss bergauf zurückgelaufen werden. Auf die Schnelle essen wir wieder eine Falaffel, denn sie war wirklich ausgesprochen gut! Wir haben inzwischen sogar einstimmig beschlossen, dass es die beste war, die wir je hatten. Wenn jemand also mal in Galata vorbeikommt, unbedingt probieren!

Wir sagen heute sehr früh „Gute Nacht“.

2 Kommentare

  1. Hey Abenteurer,
    schade, dass ihr so viel Pech hattet bei den Sehenswürdigkeiten.
    Aber ein Park mit wilden Papageien ist wirklich mal cool!

    Mit deinem Orientierungssinn, Lisa, finde ich urkomisch :-)
    Warum? Weil mir, genau so etwas, relativ häufig passiert.
    Selbst mit Handy und Navigation, ich denke da kann nur G00gleGlasses helfen…
    Auf dem Bild, wo ihr beide drauf zu sehen seid, seht ihr schon ein wenig fertig aus. Das kann aber auch an der Beleuchtung liegen 😉
    Weiterhin gute Reise und geniale Falaffel,
    euer Alex.

    1. Hey Alex,
      ich hatte tatsächlich das Telefon mit Navigation in der Hand, nützt leider alles nichts… Mir war es nur ein wenig peinlich, deswegen habe ich es nicht dazu geschrieben. Schön, dass es anderen offensichtlich genauso geht. 😉
      Lieben Dank!

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