Istanbul – Heute Entspannung

witzige Läden findet man viele im modernen Istanbul

Heute gehen wir den Tag ganz entspannt an. Zuerst machen wir uns auf die Suche nach dem Viertel „Curkucuma“. Ich habe zuvor gelesen, dass es dort nette und ausgefallene Antiquitäten -und Secondhandläden geben soll. Zum Glück ist es nur ein Katzensprung entfernt und wir laufen durch ein paar wirklich nette Straßen und Gassen. Wer etwas Besonderes sucht, ist hier definitiv an der richtigen Stelle. Dieser Teil Istanbuls wird übrigens auch das Soho Istanbuls genannt, was wirklich passend ist. Wir finden – definitiv ein Besuch wert!

Es ist noch früh am Tag und wir entscheiden uns den Gewürz Basar aufzusuchen. Recht zügig erreichen wir eine Straße mit frischen Waren wie Obst, Gemüse und Käse, welche den Weg ins Innere ebnet. Die Verkaufsstände sehen appetitlich und farbenfroh aus. Als wir eintreten, steigen orientalische Gerüche in die Nase auf, zeitgleich kommt das typische Basargefühl auf, als die ersten Verkäufer den Kontakt suchen, „Hello my friends!“ und ähnliche Annäherungsversuche schallen uns entgegen. Es ist mal wieder ein großes Gewusel hier und man sollte gut ausgeschlafen sein, um nicht aus dem Konzept gebracht zu werden. Leider ähneln sich alle Stände sehr und Identisches haben wir bereits im Großen Basar gesehen. Ebenfalls ist es schade, dass auf dem Gewürzbasar nicht nur Gewürze verkauft werden, sondern auch viele andere Dinge. Trotzdem ist es ein Erlebnis, welches man sich während eines Istanbulaufenthaltes nicht entgehen lassen sollte.

Wir lassen uns weiter durch die Stadt treiben. Viele Straßen entdecken wir, in denen es touristenleer ist. Besonders ist, dass die Straßen, in denen etwas verkauft wird alle lediglich ein Produkt führen. So laufen wir durch eine lange Straße, in der beispielsweise nur Wasserhähne gehandelt werden, in der nächsten sind es nur Knöpfe und in einer anderen nur Taschenverschlüsse. Vermutlich hätte ich mir mit den richtigen Adressen meine eigene Prada Tasche als Baukasten zusammenstellen können.

Wir entscheiden uns die Istiklal Caddesi, an unserem Hotel vorbei, in die andere Richtung entlang zu laufen und stehen alsbald mitten auf dem Taximplatz. Hier wird gerade umgebaut, denn es soll bald alles in neuem Glanz erstrahlen, davon ist leider noch nicht so viel zu sehen. Wir entfernen uns von dem Baulärm und landen in einer der umgebenen Straßen. Wir finden eine Ansammlung von Souvenirläden und Touristenrestaurants vor. Wir können dem nicht so viel abgewinnen und sind partout wieder in unserem Hotel. Erstmal eine Pause machen, bevor wir Istanbul am Abend erleben wollen.

In einem Reiseblog haben wir gelesen, dass es in Galata ein tolles Hotel mit einer traumhaften Dachterrasse geben soll, das als Geheimtipp gilt. Das „Georges“ soll von außen kaum zu erkennen sein, nur eine schwarze, große Tür markiert den Eingang – kein Schild, keine Werbung. Als hätten wir es nicht besser gewusst, irren wir durch die Straßen und suchen diese schwarze Tür. Wir überlegen dann noch dreimal bevor wir reingehen, denn wenn man durch die Glasscheibe schaut, sieht man zwar brennende Kerzen, aber keine Menschenseele. Wir öffnen also die Tür und sehen uns um. Tatsächlich sitzt ein nett aussehender Mann an einem der Tische hinten in der Ecke des Raumes und arbeitet an seinem Laptop. Vorsichtig frage ich „Is it the Georges?“. Der Mann schaut über seinen Bildschirm und erklärt uns das wir richtig seien und wir sicher auf die Terrasse wollen, dazu müssten wir einfach die Treppe hochgehen und den Fahrstuhl in den obersten Stock nehmen. Wir sind etwas verunsichert, ob es sich bei dem freundlichen Herrn um einen Gast oder einen Angestellten handelt, folgen aber erst einmal seinen Anweisungen. Das Hotel ist relativ klein, macht bei uns aber großen Eindruck. Elegant, zeitlos und nicht unangenehm dekadent ist es hier. Als wir dann die Dachterrasse betreten, haut es uns fast aus den Socken. Die Aussicht ist atemberaubend und das Dekor einladend unaufdringlich mit einem gewissen Schick. Das Personal ist unheimlich bemüht, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Wir bestellen zwei Gin Tonic mit jeweils zwei unterschiedlichen, hausgemachten Tonic Water. Beim servieren falle ich fast von der Terrasse, weil ein brennender Hibiskuszweig auf meinem Glas thront. Ganz irritiert gucke ich den Kellner an, bis ich begreife, dass das so gehört. Wir fühlen uns ganz wichtig, wie wir da auf unserem Sofa sitzend über das dämmernde Istanbul schauen.

An dieser Stelle möchten wir das „Georges“ wärmstens empfehlen, wenn nicht als Hotel, dann wenigstens als Ausflugsziel der besonderen Art. Beim Rausgehen stellen wir übrigens fest, dass der Herr aus der Lobby zum Personal gehört – wir finden es sypathisch.

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